Zauber der Shwedagon / Myanmar

18. November 2018

Seid ihr jemals an einem Ort gewesen, der euch sprachlos gemacht hat? Ich meine so richtig; offener Mund, Sprachlosigkeit, Gänsehaut am ganzen Körper. Einem Gefühl, das sich kaum in Worte fassen lässt?

Ein solcher Ort ist die Shwedagon-Pagode für mich. Niemals hätte ich mir vorstellen können, welche Emotionen mich durchströmen, sobald ich durch eines der vier Eingangstore treten würde. Ich war darauf nicht gefasst.

Mitte November 2018 startete ich meine Myanmar-Rundreise in Yangon. Nachdem ich den halben Tag durch die Straßen geschlendert war, entschloss ich mich, zur Shwedagon-Pagode zu gehen. Dem religiösen Zentrum Myanmars. Ich hatte vorab einiges darüber gelesen, die Realität sprengte jedoch meine Vorstellungen! Barfuß betrat ich die glühend heißen Stufen (heilige Stätten dürfen weder mit Schuhen noch mit Socken betreten werden) und rannte an zwei großen Wächterlöwen zum Südeingang hinauf.

Die zwei Wächterlöwen am Südeingang der Shwedagon

Ich gab meine Flip-Flops ab und schlenderte durch die Verkaufshalle die Stufen zur Shwedagon hinauf. Vor einem der Souvenirshops stand ein lachender Mönch. Er hatte einen Heidenspaß mit einer batteriebetriebenen Katze, die zu einen Song von Shania Twain die Hüften kreisen ließ. Unwillkürlich fuhr mir ein breites Grinsen ins Gesicht.

Am Einlass angekommen kaufte ich mein Ticket. Obwohl ich darauf geachtet hatte, dass meine Hose die Knie bedeckt, wurde mir der Zutritt verweigert. Kurzerhand ließ ich mir einen bunten Longhi (traditioneller Wickelrock, der Frauen hier) umwickeln. Ich zahlte einen kleinen Pfand und wurde mit anerkennendem Nicken freigegeben.

Unbedarft trat ich hinaus ins Freie. Es hatte zuvor geregnet, der Marmorboden war nass und rutschig. Vorsichtig tappste ich über die Plattform und ließ fasziniert meinen Blick schweifen. Goldene Türmchen reihten sich aneinander, an ihren Spitzen hingen unzählige Glöckchen, die melodische Klänge durch die warme Luft trugen. Dahinter ragte erhaben und stolz die mächtige Shwedagon in den Himmel empor. Mir entfuhr ein leises „woooow“. Das hatte ich nicht erwartet.

Überall saßen und standen wunderschöne Buddha-Figuren in allen Größen. Hier gab es so viel zu sehen, dass der Verstand kaum aufnehmen konnte, was die Augen dem Hirn lieferten.

Buddhas in allen Größen in den Stupas rund um die Shwedagon

Betende und freundlich lächelnde Burmesen kreuzten meinen Weg. Dazwischen erschien immer wieder eine weinrote Robe und der kahlgeschorene Kopf eines Mönchs vor meinen Augen. Ich war fasziniert. Ich ging an Meditationskammern vorbei, in denen reglos Mönche saßen, tief in Meditation versunken. Die Atmosphäre, die mich umgab, war weder greifbar, noch mit Worten zu beschreiben.

Mönch in einer der Meditationskammern
Die Füße zeigen niemals auf Buddha, sondern immer abgewandt

Sprachlos betrat ich eine der Stupas in der betende Menschen vor einen großen Buddha knieten. Ich bemerkte den verstohlenen Blick einer einheimischen Familie, die neben mir auf dem Boden saß. Schüchtern lächelte ich ihnen zu. Zurück kam ein offenes, freudiges Strahlen. Ehe ich mich versah, war ihr kleiner Junge an meiner Seite und ich wurde um ein Foto gebeten. Bereitwillig setzte ich mich zu ihnen, ließ mich mit dem Jungen fotografieren und bat ebenfalls um ein Erinnerungsfoto. Ich unterhielt mich eine Weile mit ihnen und verabschiedete mich dann.

Der Tag endete mit einem grandiosen Sonnenuntergang. Mit Einbruch der Dunkelheit erstrahlte die riesige Pagode und die Türmchen rundherum in goldenem Licht.

Der kräftige Geruch von Räucherstäbchen hing in der Luft. Tausende Öllämpchen brannten rund um die Shwedagon. Niemals zuvor hatte ich solch ein Lichtermeer gesehen. Die 99 Meter hohe Shwedagon glühte regelrecht! Auch das Bambusgerüst, das sie zur Restaurierung umgab, konnte ihrem Glanz und Zauber nichts anhaben. Jeder kleine Tempel, jeder einzelne Buddha war in warmes Licht gehüllt und leuchtete in einem anderen Goldschimmer.

Überwältigt setzte ich meine Runde fort. Ein Mönch saß auf dem Boden, vor ihm aufgeschlagen ein Buch, aus dem er mit angenehmer Stimme Gebete vorlas. Direkt neben ihn hatten sich Menschen gesetzt, die ihm zuhörten. In einer Gebetshalle gegenüber standen ein Mönch und eine Nonne zusammen. Sie positionierten sich freudig lächelnd vor meiner Kamera, als ich nach einem Foto fragte.

Auf der Mauer rund um die Shwedagon zündeten Einheimische weitere Öllämpchen an und legten Blumenkränze um die Hälse der Buddhas.

Ich wusste schon im Vorfeld, dass ich in ein Land reise, das anders ist als alle anderen. Tatsächlich hatten sich Myanmar und seine liebenswerten Menschen direkt vom ersten Tag an mitten in mein Herz katapultiert.

Ich hielt inne. Ruhe und eine erfüllende Wärme breiteten sich in mir aus. Hier verschoben sich all meine Prioritäten neu.

Und plötzlich liefen mir vor Ergriffenheit und Dankbarkeit die Tränen…

Zeitenwechsel


Der Blick schweift ruhig durch die Natur,

ein Duft, ganz ungefiltert, pur.

So viele Farben tun sich auf,

das Jahr nimmt weiter seinen Lauf.

Ein letzter Sonnenstrahl, noch warm,

schon flüstert der Herbst, ganz leis, mit Charme.

Es kommt, wie es stets kommen muss,

Verneigung des Sommers, für ihn ist Schluss.

Doch was er schenkt, was jetzt noch bleibt,

sein wunderschönes Blätterkleid.

Und weiches, schimmerndes Sonnenlicht,

das sich ganz sanft auf Wasser bricht.

Blätter-Geruch weht mit der Luft,

als würzig-aromatischer Duft.

Man schmeckt sie schon, man spürt sie weit,

die nächste goldene Jahreszeit.

Freundlicher Kaffee

Juchuuh! Mein allererster Blog-Artikel den ich mit euch teilen darf!

Und hier ist das erste Foto „Freundlicher Kaffee“. Kaffee geht immer als guter Start, was meint ihr?  😉

Alle die mich kennen, wissen (es lässt sich auch nur schwer leugnen), ich bin ein Kaffeejunkie!

Das heißt nicht, dass ich unkontrolliert jedes koffeinhaltige Heißgetränk in mich reinschütte, das mir an die Schnute kommt! Denn geht es um die braunen Bohnen, sind meine Ansprüche hoch, ziemlich hoch. Stark, kräftig und aromatisch muss er sein. Und ja nicht zu bitter. Bräunlich gefärbte Brühe, durch die man beim Einschenken Zeitung lesen kann, lässt mich gruseln und erzittern. Und bleibt bloß weg mit Zucker oder Süßstoff! Von einem Schwupps Baileys wäre ich – bei passender Gelegenheit – durchaus nicht abgeneigt. Was tragischerweise schon mal den morgendlichen Motivations-Kaffee auf der Arbeit ausschließt. Wobei… vielleicht würde genau dieser „Pimp“ den Tag um einiges lustiger und unterhaltsamer gestalten. Sozusagen als anonymes Schirmchengetränk des Büro-Morgen(er)grauens.

Milch, bzw. Milchersatz wie Mandelmilch (gerne mit dezenter Vanillenote), Soja- oder Hafermilch ist ein MUSS.

Mittlerweile verzichte ich weitestgehend auf Kuhmilch. Der ganze Herstellungsprozess und all die damit verbundenen, unschönen Begleiterscheinungen, ließen mich auf Alternativen umsteigen. Ich bin wahrlich keine Weltverbesserin, aber wenn ich an diesem Punkt meinen Teil beitragen kann, dann mach ich das und zwar aus voller Überzeugung. So teste ich mich nun seit geraumer Zeit durch die Produktpaletten der Milchersatz-Auslagen diverser Supermärkte.

Ein Highlight sondergleichen, wenn der Koffeein-Katapultierer zudem von einem schneeweißen, cremigen Schaumberg gekrönt wird. Das mit dem tollen Schaum und den Milchersatzprodukten ist nämlich so eine Sache. Sojamilch schäumt prima, steht auf meiner Geschmacksliste allerdings nicht ganz oben (mit dezenter Vanillenote überzeugt sie mich allerdings). Reismilch ist gut, hält aber bedauerlicherweise dem Kriterium „Aufschäumbar“ nicht stand. Inzwischen gibt es einige Sojamilch-Sorten in der „Barista-Edition“, die mit dem ultimativen Milchschaum-Versprechen ködern. Aufschäumwillige Produkte legen (*Achtung: Werbung, für die ich rein gar nix bekomme*) mit Hilfe des „Tutto Crema Milchaufschäumer“ von Bialetti (das ist die Marke mit dem kleinen lustigen Männlein), eine absolute Top-Schaum-Performance in meinen 0,5 Liter Bunte-Kringel-Kaffeepott. Und seid euch versichert, mittlerweile bin ich Profi-Schaumschlägerin. So wie diese Milchaufschäum-Wunderkanne (sie hat ein Doppelsieb) bekommt das kein Kaffeeautomat hin. Handgemacht ist eben handgemacht. Das Kaffee-Leben kann ja so schön sein.

Kommen wir mal zum Kaffee an sich. Ich favorisiere da ja Espressobohnen, bin aber durchaus experimentier- und beratungsfreudig.

Was habe ich mich quer durch die komplette Produktpalette der Bohnen-Diversität der Lieblings-Rösterei geschlürft! Da ist einiges an Koffein durch meine Venen geflossen, bis die 2, 3 Leib- und Magensorten auserkoren waren. Natürlich probierte ich auch Kaffeesorten anderer Röst-Betriebe. Aber was soll ich euch sagen? Mein milchkaffeebraunes Herz wurde immer wieder gebrochen. Inzwischen bin ich meinem Kaffeedealer des Vertrauens treu ergeben und investiere stetig in das Traditionsunternehmen, wie andere in Immobilien oder Aktien.

Mein Kaffee-Killer ist Filterkaffee! Uaaaargh! Da stoßen die Geschmacksknospen sofort an ihre Toleranzgrenze und treten unverzüglich den Genuss-Warnstreik an. Meine Konsequenz geht so weit, dass bei heimatlichen Besuchen das persönliche Kaffeekoch-Survival-Equipment mitreist. Da hab ich echt nen Hau…

Nun nochmal zu dem Foto. Natürlich bin ich auch auf Reisen immer in der „Wo-krieg-ich-verdammt-guten-Kaffee-her-Mission“ unterwegs. 2018 reiste ich 4 Wochen durch Costa-Rica und Nicaragua. Diese Länder verstehen etwas von leckerem Kaffee. So stieß ich in Costa Rica bei meinem Aufenthalt in dem wunderschönen Städtchen La Fortuna (das mit dem Vulkan Arenal) zufällig auf eine kleine Espressobar, in der man nicht nur Bohnen kaufen sondern auch diverse Heißgetränke verköstigen konnte. Und hier wurde mir einer der besten Latte Macchiato meiner Reise kredenzt! Im „Don Juan Coffee House“ waren die Kaffees nicht nur erstaunlich günstig und verdammt lecker, sondern auch noch ausgesprochen freundlich und gutgelaunt, wie man auf dem ja Foto sieht.

Was für ein Start in den Tag, wenn schon am Morgen der Kaffee so fröhlich lächelt und einem sein optisches „buenos dias“ entgegenträllert! Von seinem betörenden Duft fange ich gar nicht erst zu schwärmen an… Das Leben ist einfach zu kurz für schlechten Kaffee!

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