Grenzgänge – Von Costa Rica nach Nicaragua

10. Februar 2018

„Ometepe!“

Ome-Was? Noch nie gehört. Klang für mich wie ein afrikanisches Kartoffelgericht.

Backpacker auf meiner Costa Rica Rundreise erzählten von dieser Insel in Nicaragua. Man solle jetzt hin, solange es noch ursprünglich sei und wenig Touristen gebe.

Okay. Und was ist so toll an Ometepe?!

Abgesehen davon, dass es die weltweit größte vulkanische Insel in einem Süßwassersee ist. Ometepe ist berühmt für seine Felskunst, sogenannte Petroglyphen, in Stein gemeißelte Bilder. Außerdem gibt es zwei Vulkane.

Klang reizvoll. Und spannender, als die verbleibende Woche meiner Reise Schirmchengetränk-schlürfend auf der karibischen Seite am Strand von Costa Rica zu verbringen.

Die Entscheidung war getroffen, auf ins Nachbarland!

Ach so, wie komme ich denn dort hin? Ich befand mich im abgelegenen Nebelwaldgebiet Monteverde und bis zur Grenze nach Nicaragua lagen ca. 370 Kilometer, teilweise mit arg üblen Straßen. Doch dank der hilfreichenden Auskünfte einiger Locals war innerhalb eines halben Tages die Weiterreise organisiert.

Nachts lag ich schlaflos im Bett, surfte durchs Internet und landete auf der Seite des Auswärtigen Amtes. Lass dir gesagt sein: Offizielle Warnungen über dein nächstes Domizil sind keine geeignete Nachtlektüre. Worauf ließ ich mich da ein? Ich wusste nichts über das Land und die Menschen!

Kneifen war jetzt keine Option mehr. Müde trottete ich um 4 Uhr morgens im Nieselregen zur Bushaltestelle. Ich wurde pünktlich eingesammelt und 2 Stunden später irgendwo im Nirgendwo wieder ausgespuckt. Inmitten einheimischer Männer wartete ich am Straßenrand auf den Anschlussbus, der mich von „La Irma“ zur Grenze nach Peňas Blancas bringen sollte.

Ein Bus mit der Aufschrift „Frontera“ hielt einige Meter neben uns an und die Männerherde preschte los. Wie ein Lemming flitzte ich hinterher und konnte glücklicherweise noch einen letzten Stehplatz ergattern.

Wir waren unterwegs auf der Panamericana und mein Blick traf ein vorbeihuschendes Straßenschild. Hämisch verkündete es, bis zur Grenze lägen 180 Kilometer. Im Bus wurde es wärmer und wärmer. Neben mir im Durchgang hing ein männliches Häuflein Elend in meinem Alter, das hustete, als wäre dies seine letzte Fahrt.

Unzählige Gedanken schossen mir durch den Kopf. Begleitet von wachsender Aufregung und einem beklemmenden Gefühl. Was würde mich an der Grenze erwarten? Wie wären die Menschen in Nicaragua? Deren Lebensbedingungen, im Kontrast zu PURA VIDA im touristenverwöhnten Costa Rica? Und hält der Typ neben mir durch bis zur Grenze?

Peňas Blancas erreichten wir gegen 9 Uhr. Es schüttete, als würde jemand eine Badewanne ausleeren. Durchnässt kam ich zum Eingang der Grenzkontrolle. Lange Schlangen hatten sich bereits gebildet und zwischen den Wartenden redeten Geldwechsler in furchtbar schnellen Spanisch auf mich ein. Alles war laut und hektisch.

Angekommen an der Grenze zwischen Costa Rica und Nicaragua

Inmitten des Trubels und der vielen Menschen verließ mich meine Souveränität mit einem schallenden „adios chica!“ Ich hatte keinen Plan, wohin ich musste. Scheinbar wirkte ich sehr bedürftig, denn der hustende Blässling aus dem Bus – er hatte die Fahrt überlebt – nahm sich meiner an und wir kamen ins Gespräch. Er war Italiener und schon seit einer Weile auf Reisen. Auf seinen Zustand angesprochen, erzählte er zähneknirschend, er habe sich in den fürchterlich staubigen Straßen von Santa Teresa in Costa Rica eine Lungenentzündung eingefangen. Als er sich mit „Eros“ vorstellte, hätte ich fast laut losgelacht. Mein Schicksal – sonst eher eine Mischung aus Ironie und Sarkasmus – konnte also auch witzig und sandte mir „Italien-Eros“ zu Hilfe.

Und er war meine Rettung: In perfektem Spanisch beantwortete er die Fragen, die man mir zur Ausreise aus Costa Rica stellte, damit ich meinen Stempel bekam. Dann ging es weiter in ein anderes Gebäude. Wir löhnten 1 Dollar Einreisesteuer und wechselten erneut den Schalter, um eine Stunde im Windkanal einer Hyperklimaanlage anzustehen. Mein südländischer Überlebenskünstler amüsierte sich unterdessen über die weniger zahlreichen Stempel in meinem Reisepass. Ich griff nach seiner italienischen Ausgabe und bestaunte die randvoll bedruckten Seiten. Kleinlaut rechtfertigte ich mich, auch viel gereist zu sein, nur eben oft in Ländern, in denen kein Reisepass erforderlich war.

Umso mehr brannte ich auf den Nicaragua-Aufdruck. Das wurde aber erst mal nix. Ich hatte bei den Geldwechslern zwar Colones (die Währung von Costa Rica) in die nun gültige Währung Córdoba umgetauscht, der Zollbeamte verlangte aber 12 Dollar für die Einreise. Ich hatte nur noch 6 Dollar und Córdoba akzeptierte er nicht. Ich war genervt. Gnädig schlug er vor, meinen Reisepass zu behalten, während ich draußen bei einem der Männer Geld wechseln solle. Verzweifelt sah ich zu Eros, der nickte kurz und ich sprintete los. Tatsächlich durfte ich gleich wieder zu dem Grenzbeamten durch und erhielt das eingedruckte Objekt der Begierde. Sogar Eros hatte extra gewartet.

Tragischerweise war der Formalismus – im Gegensatz zu mir – noch immer nicht an seine Grenzen gestoßen. Ein weiteres Mal anstehen, nochmalige Passkontrolle, Fragen nach dem Wohin und Warum. Mittlerweile war ich so drüber, dass ich auf die Frage nach meinem Beruf in überzeugendem Spanisch „Ich bin Deutsche“ antwortete. Die Beamtin sah mich verstört an, winkte mich aber durch.

Hinter Eros eilte ich aus dem Gebäude raus. Wir waren in Nicaragua.

Die nächste Herausforderung lauerte breits…

Auf dem Weg zur Bushaltestelle wurden unsere Pässe abermals gecheckt. Und dann ging’s rund: Etliche Männer kamen laut rufend angerannt. Jeder schrie uns ein anderes Wort an den Kopf, ich verstand kein Wort. Zwischen qualmenden Essensständen belaberten uns Taxi- und Busfahrer gleichermaßen. Irgendwann brachte ich nicht mal mehr ein „NO“ raus. Mit meinem großen Rucksack sank ich auf den Boden, legte den Kopf in die Arme und ließ mich von der Hitze und dem Redeschwall weich garen. Nach einer Odysee aus 7 Stunden Busfahrt, unzähligen Grenzkontrollen, ultimativem Kaffee-Entzug und ohne einen Bissen im Magen, bereute ich endgültig meinen Reiseplan-Schnellschuss.

Glücklicherweise hatte ich den EROS-Joker! Trotz Lungenentzündung nahm er mit italienischem Temperament und spanischem Hochleistungsvokabular den Kampf gegen die Abzocke der Taxi- und Busfahrer auf und schreckte nicht davor zurück, seinen Unmut verbal und mit Körpersprache kundzutun. Erfolgreich. Für ca. 2 Dollar stiegen wir in einen abgeranzten Chickenbus, der in Deutschland nicht einmal auf einem Schrottplatz stehen würde. Unser Gepäck wurde auf das Dach geschmissen.

Wir fuhren eine Weile, als hinter uns hektisches Gerufe und Gepfeife in Eros Richtung ausbrach. Da war seine Haltestelle. Er sprang auf, rief mir zu „You go to Ometepe. You stay!“ und war weg. Verstört saß ich im Bus, der immer tiefer ins Landesinnere rollte. Eine Mischung aus Angst, Unsicherheit und Hilflosigkeit stieg in mir auf. Ich verstand fast nichts und konnte mich kaum verständigen. Englisch sprach niemand und mein Spanisch war für diese Situation zu schlecht.

Irgendwann kam der Bus in Rivas an. Auf dem Parkplatz herrschte geschäftiges Treiben. Frauen trugen Schüsseln auf dem Kopf, Pferdekutschen fuhren zwischen den Bussen und kaum war ich ausgestiegen, nahmen mich erneut laut krakeelende Männer in Beschlag.

Angekommen in Rivas

Nach Ometepe kam ich an diesem Tag nicht mehr.

An diesem Samstag fuhren keine Busse mehr zur Anlegestelle, nur Taxis. Ich fühlte mich wieder in der üblichen Manier über den Tisch gezogen und lehnte kategorisch ab. Die Männer deuteten auf die Busse – nix Ometepe. Mit Wortwasserfällen wollten sie mich ins Taxi schwemmen.

Ich schaltete in den Stur-Modus: Jetzt erst recht nicht!

Ich sah mir die Busse an. Auf einem las ich die Aufschrift „GRANADA“. Nach Ometepe mein nächstes Vorhaben.

Kurzerhand warf ich meinen Plan über den Haufen, schnappte meinen Rucksack, der schon am Taxi lehnte und sprang unter wildem Gerufe in die bunte Granada-Blechbüchse.

Ein großer Seufzer, es lebe die Flexibilität! Was war ich froh, endlich dem Trubel und Lärm entkommen zu sein. Heute hieß es nur noch; eine Unterkunft suchen, duschen, Kaffee-Defizit ausgleichen und was futtern.

Und morgen würde ich mich um die Weiterreise nach Ometepe kümmern.

Grünes Costa Rica

Stämme von Eukalyptusbäumen in Uvita

Ficcus-Tree in Santa-Elena
Highlight: Der Ficcus-Tree kann bis zur Baumkrone (ca. 20 m hoch) im Inneren beklettert werden, ein ganz besonderes Abenteuer
Stamm eines Kapok-Baumes im Corcovado National Park in Osa
Urlaubsfeeling im Corcovado National Park
Zipliner in den Nebelwäldern von Monteverde
Eine der vielen Hängebrücken in Monteverde – über den Nebelwäldern

Zauber der Shwedagon / Myanmar

18. November 2018

Seid ihr jemals an einem Ort gewesen, der euch sprachlos gemacht hat? Ich meine so richtig; offener Mund, Sprachlosigkeit, Gänsehaut am ganzen Körper. Einem Gefühl, das sich kaum in Worte fassen lässt?

Ein solcher Ort ist die Shwedagon-Pagode für mich. Niemals hätte ich mir vorstellen können, welche Emotionen mich durchströmen, sobald ich durch eines der vier Eingangstore treten würde. Ich war darauf nicht gefasst.

Mitte November 2018 startete ich meine Myanmar-Rundreise in Yangon. Nachdem ich den halben Tag durch die Straßen geschlendert war, entschloss ich mich, zur Shwedagon-Pagode zu gehen. Dem religiösen Zentrum Myanmars. Ich hatte vorab einiges darüber gelesen, die Realität sprengte jedoch meine Vorstellungen! Barfuß betrat ich die glühend heißen Stufen (heilige Stätten dürfen weder mit Schuhen noch mit Socken betreten werden) und rannte an zwei großen Wächterlöwen zum Südeingang hinauf.

Die zwei Wächterlöwen am Südeingang der Shwedagon

Ich gab meine Flip-Flops ab und schlenderte durch die Verkaufshalle die Stufen zur Shwedagon hinauf. Vor einem der Souvenirshops stand ein lachender Mönch. Er hatte einen Heidenspaß mit einer batteriebetriebenen Katze, die zu einen Song von Shania Twain die Hüften kreisen ließ. Unwillkürlich fuhr mir ein breites Grinsen ins Gesicht.

Am Einlass angekommen kaufte ich mein Ticket. Obwohl ich darauf geachtet hatte, dass meine Hose die Knie bedeckt, wurde mir der Zutritt verweigert. Kurzerhand ließ ich mir einen bunten Longhi (traditioneller Wickelrock, der Frauen hier) umwickeln. Ich zahlte einen kleinen Pfand und wurde mit anerkennendem Nicken freigegeben.

Unbedarft trat ich hinaus ins Freie. Es hatte zuvor geregnet, der Marmorboden war nass und rutschig. Vorsichtig tappste ich über die Plattform und ließ fasziniert meinen Blick schweifen. Goldene Türmchen reihten sich aneinander, an ihren Spitzen hingen unzählige Glöckchen, die melodische Klänge durch die warme Luft trugen. Dahinter ragte erhaben und stolz die mächtige Shwedagon in den Himmel empor. Mir entfuhr ein leises „woooow“. Das hatte ich nicht erwartet.

Überall saßen und standen wunderschöne Buddha-Figuren in allen Größen. Hier gab es so viel zu sehen, dass der Verstand kaum aufnehmen konnte, was die Augen dem Hirn lieferten.

Buddhas in allen Größen in den Stupas rund um die Shwedagon

Betende und freundlich lächelnde Burmesen kreuzten meinen Weg. Dazwischen erschien immer wieder eine weinrote Robe und der kahlgeschorene Kopf eines Mönchs vor meinen Augen. Ich war fasziniert. Ich ging an Meditationskammern vorbei, in denen reglos Mönche saßen, tief in Meditation versunken. Die Atmosphäre, die mich umgab, war weder greifbar, noch mit Worten zu beschreiben.

Mönch in einer der Meditationskammern
Die Füße zeigen niemals auf Buddha, sondern immer abgewandt

Sprachlos betrat ich eine der Stupas in der betende Menschen vor einen großen Buddha knieten. Ich bemerkte den verstohlenen Blick einer einheimischen Familie, die neben mir auf dem Boden saß. Schüchtern lächelte ich ihnen zu. Zurück kam ein offenes, freudiges Strahlen. Ehe ich mich versah, war ihr kleiner Junge an meiner Seite und ich wurde um ein Foto gebeten. Bereitwillig setzte ich mich zu ihnen, ließ mich mit dem Jungen fotografieren und bat ebenfalls um ein Erinnerungsfoto. Ich unterhielt mich eine Weile mit ihnen und verabschiedete mich dann.

Der Tag endete mit einem grandiosen Sonnenuntergang. Mit Einbruch der Dunkelheit erstrahlte die riesige Pagode und die Türmchen rundherum in goldenem Licht.

Der kräftige Geruch von Räucherstäbchen hing in der Luft. Tausende Öllämpchen brannten rund um die Shwedagon. Niemals zuvor hatte ich solch ein Lichtermeer gesehen. Die 99 Meter hohe Shwedagon glühte regelrecht! Auch das Bambusgerüst, das sie zur Restaurierung umgab, konnte ihrem Glanz und Zauber nichts anhaben. Jeder kleine Tempel, jeder einzelne Buddha war in warmes Licht gehüllt und leuchtete in einem anderen Goldschimmer.

Überwältigt setzte ich meine Runde fort. Ein Mönch saß auf dem Boden, vor ihm aufgeschlagen ein Buch, aus dem er mit angenehmer Stimme Gebete vorlas. Direkt neben ihn hatten sich Menschen gesetzt, die ihm zuhörten. In einer Gebetshalle gegenüber standen ein Mönch und eine Nonne zusammen. Sie positionierten sich freudig lächelnd vor meiner Kamera, als ich nach einem Foto fragte.

Auf der Mauer rund um die Shwedagon zündeten Einheimische weitere Öllämpchen an und legten Blumenkränze um die Hälse der Buddhas.

Ich wusste schon im Vorfeld, dass ich in ein Land reise, das anders ist als alle anderen. Tatsächlich hatten sich Myanmar und seine liebenswerten Menschen direkt vom ersten Tag an mitten in mein Herz katapultiert.

Ich hielt inne. Ruhe und eine erfüllende Wärme breiteten sich in mir aus. Hier verschoben sich all meine Prioritäten neu.

Und plötzlich liefen mir vor Ergriffenheit und Dankbarkeit die Tränen…

Zeitenwechsel


Der Blick schweift ruhig durch die Natur,

ein Duft, ganz ungefiltert, pur.

So viele Farben tun sich auf,

das Jahr nimmt weiter seinen Lauf.

Ein letzter Sonnenstrahl, noch warm,

schon flüstert der Herbst, ganz leis, mit Charme.

Es kommt, wie es stets kommen muss,

Verneigung des Sommers, für ihn ist Schluss.

Doch was er schenkt, was jetzt noch bleibt,

sein wunderschönes Blätterkleid.

Und weiches, schimmerndes Sonnenlicht,

das sich ganz sanft auf Wasser bricht.

Blätter-Geruch weht mit der Luft,

als würzig-aromatischer Duft.

Man schmeckt sie schon, man spürt sie weit,

die nächste goldene Jahreszeit.

Freundlicher Kaffee

Juchuuh! Mein allererster Blog-Artikel den ich mit euch teilen darf!

Und hier ist das erste Foto „Freundlicher Kaffee“. Kaffee geht immer als guter Start, was meint ihr?  😉

Alle die mich kennen, wissen (es lässt sich auch nur schwer leugnen), ich bin ein Kaffeejunkie!

Das heißt nicht, dass ich unkontrolliert jedes koffeinhaltige Heißgetränk in mich reinschütte, das mir an die Schnute kommt! Denn geht es um die braunen Bohnen, sind meine Ansprüche hoch, ziemlich hoch. Stark, kräftig und aromatisch muss er sein. Und ja nicht zu bitter. Bräunlich gefärbte Brühe, durch die man beim Einschenken Zeitung lesen kann, lässt mich gruseln und erzittern. Und bleibt bloß weg mit Zucker oder Süßstoff! Von einem Schwupps Baileys wäre ich – bei passender Gelegenheit – durchaus nicht abgeneigt. Was tragischerweise schon mal den morgendlichen Motivations-Kaffee auf der Arbeit ausschließt. Wobei… vielleicht würde genau dieser „Pimp“ den Tag um einiges lustiger und unterhaltsamer gestalten. Sozusagen als anonymes Schirmchengetränk des Büro-Morgen(er)grauens.

Milch, bzw. Milchersatz wie Mandelmilch (gerne mit dezenter Vanillenote), Soja- oder Hafermilch ist ein MUSS.

Mittlerweile verzichte ich weitestgehend auf Kuhmilch. Der ganze Herstellungsprozess und all die damit verbundenen, unschönen Begleiterscheinungen, ließen mich auf Alternativen umsteigen. Ich bin wahrlich keine Weltverbesserin, aber wenn ich an diesem Punkt meinen Teil beitragen kann, dann mach ich das und zwar aus voller Überzeugung. So teste ich mich nun seit geraumer Zeit durch die Produktpaletten der Milchersatz-Auslagen diverser Supermärkte.

Ein Highlight sondergleichen, wenn der Koffeein-Katapultierer zudem von einem schneeweißen, cremigen Schaumberg gekrönt wird. Das mit dem tollen Schaum und den Milchersatzprodukten ist nämlich so eine Sache. Sojamilch schäumt prima, steht auf meiner Geschmacksliste allerdings nicht ganz oben (mit dezenter Vanillenote überzeugt sie mich allerdings). Reismilch ist gut, hält aber bedauerlicherweise dem Kriterium „Aufschäumbar“ nicht stand. Inzwischen gibt es einige Sojamilch-Sorten in der „Barista-Edition“, die mit dem ultimativen Milchschaum-Versprechen ködern. Aufschäumwillige Produkte legen (*Achtung: Werbung, für die ich rein gar nix bekomme*) mit Hilfe des „Tutto Crema Milchaufschäumer“ von Bialetti (das ist die Marke mit dem kleinen lustigen Männlein), eine absolute Top-Schaum-Performance in meinen 0,5 Liter Bunte-Kringel-Kaffeepott. Und seid euch versichert, mittlerweile bin ich Profi-Schaumschlägerin. So wie diese Milchaufschäum-Wunderkanne (sie hat ein Doppelsieb) bekommt das kein Kaffeeautomat hin. Handgemacht ist eben handgemacht. Das Kaffee-Leben kann ja so schön sein.

Kommen wir mal zum Kaffee an sich. Ich favorisiere da ja Espressobohnen, bin aber durchaus experimentier- und beratungsfreudig.

Was habe ich mich quer durch die komplette Produktpalette der Bohnen-Diversität der Lieblings-Rösterei geschlürft! Da ist einiges an Koffein durch meine Venen geflossen, bis die 2, 3 Leib- und Magensorten auserkoren waren. Natürlich probierte ich auch Kaffeesorten anderer Röst-Betriebe. Aber was soll ich euch sagen? Mein milchkaffeebraunes Herz wurde immer wieder gebrochen. Inzwischen bin ich meinem Kaffeedealer des Vertrauens treu ergeben und investiere stetig in das Traditionsunternehmen, wie andere in Immobilien oder Aktien.

Mein Kaffee-Killer ist Filterkaffee! Uaaaargh! Da stoßen die Geschmacksknospen sofort an ihre Toleranzgrenze und treten unverzüglich den Genuss-Warnstreik an. Meine Konsequenz geht so weit, dass bei heimatlichen Besuchen das persönliche Kaffeekoch-Survival-Equipment mitreist. Da hab ich echt nen Hau…

Nun nochmal zu dem Foto. Natürlich bin ich auch auf Reisen immer in der „Wo-krieg-ich-verdammt-guten-Kaffee-her-Mission“ unterwegs. 2018 reiste ich 4 Wochen durch Costa-Rica und Nicaragua. Diese Länder verstehen etwas von leckerem Kaffee. So stieß ich in Costa Rica bei meinem Aufenthalt in dem wunderschönen Städtchen La Fortuna (das mit dem Vulkan Arenal) zufällig auf eine kleine Espressobar, in der man nicht nur Bohnen kaufen sondern auch diverse Heißgetränke verköstigen konnte. Und hier wurde mir einer der besten Latte Macchiato meiner Reise kredenzt! Im „Don Juan Coffee House“ waren die Kaffees nicht nur erstaunlich günstig und verdammt lecker, sondern auch noch ausgesprochen freundlich und gutgelaunt, wie man auf dem ja Foto sieht.

Was für ein Start in den Tag, wenn schon am Morgen der Kaffee so fröhlich lächelt und einem sein optisches „buenos dias“ entgegenträllert! Von seinem betörenden Duft fange ich gar nicht erst zu schwärmen an… Das Leben ist einfach zu kurz für schlechten Kaffee!

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